Krebs: vorbeugen, erkennen, behandeln, begleiten
Prostatakrebs ist häufigste Krebsart bei Männern über 65
Ab dem 65. Lebensjahr ist Prostata-Krebs bei Männern die häufigste
Krebserkrankung. Bei mehr als 50.000 Männern wird jedes Jahr in
Deutschland ein Prostata-Krebs festgestellt.
Frühe Anzeichen gibt es nicht. Spätsymptome sind unter anderem Blut im
Urin, Schmerzen in der Dammregion oder der Lendenwirbelsäule.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist Früherkennung das Ziel der
Urologen. Über regelmäßiges Abtasten, einmal pro Jahr, Ultraschall-Untersuchung der Prostata und Bestimmung des PSA-Wertes
(prostataspezifisches Antigen), ist es heute möglich, einen Prostatakrebs
frühzeitig zu erkennen. Die anstehende Behandlung richtet sich
dann nach der Ausbreitung der Krankheit, der Bösartigkeit des Krebses, dem
Alter des Patienten und weiteren Begleiterkrankungen. Die
Behandlungsmöglichkeiten sind heute gut, sogar eine Heilung ist möglich.
Blasenkrebs – Blut im Urin untersuchen lassen
Blutiger Urin – ohne Begleitschmerzen – ist ein typisches Anzeichen einer
Blasenkrebserkrankung. Die Mitteilung "Sie haben Blut im Urin" muss unbedingt
kurzfristig und insbesondere urologisch abgeklärt werden.
Auch wenn nur der mikroskopische Nachweis von roten Blutkörperchen im Urin
vorliegt – obwohl der Urin normal aussieht – muss unbedingt gründlich
untersucht werden. Hier kann sich eine Erkrankung im Bereich der Nieren, der
Harnleiter oder der Blase verbergen.
Mittels Ultraschall, Röntgen und Blasen-Spiegelung kommt der Urologe schnell zu
einem hoffentlich beruhigenden Ergebnis.
Dennoch festgestellte Veränderungen in der Blase werden in Narkose immer zuerst über die Harnröhre aus der Blase entfernt. Weitere Maßnahmen hängen dann von der Ausbreitung und Bösartigkeit einer Krebserkrankung ab.
Ein Test zur Blasenkrebsvorsorge (NMP 22-Test) sowie die mikroskopische Untersuchung des Urins auf Krebszellen können in der Praxis durchgeführt werden.
Nierenkrebs bleibt oft unentdeckt
Der Krebs an einer oder an beiden Nieren hat keine frühen Alarmzeichen. Nur
durch eine zufällig durchgeführte Ultraschall-Untersuchung der Nieren entdeckt
man diese Krebsform beizeiten.
Schmerzen im Nierenbereich oder Blut im Urin treten erst bei einer größeren
Geschwulst der Niere auf. Zur weiteren Abklärung wird eine
Computertomographie durchgeführt, um Größe und Beschaffenheit der
Geschwulst festzustellen.
Wird Nierenkrebs festgestellt, ist eine Operation das Mittel der Wahl. Sollten
bereits Fernabsiedlungen des Nierenkrebses vorliegen, bestehen heute neue
Behandlungsmöglichkeiten. Eine moderne Chemotherapie, als Tabletten
verabreicht, kann die Lebensdauer und -qualität verbessern.
Hodenkrebs – durch Abtasten schnell zum Ergebnis
Der Hodenkrebs hat eine besondere Altersverteilung. Zwischen dem zwanzigsten
und dem vierzigsten Lebensjahr tritt er besonders häufig auf. Davor und danach
sind Neuerkrankungen erheblich seltener.
Besonders betroffen sind junge Männer, die in ihrer Kindheit einen Leisten-Hoden
hatten. Durch diesen Hodenhochstand haben sie ein höheres Risiko für bösartige
Veränderungen des Gewebes.
Jede Schwellung des Hodens, jeder schmerzhafte Knoten sollte umgehend von
einem Urologen untersucht werden.
Eine Diagnose kann man meist schon beim ersten Abtasten stellen. Spezielle
Ultraschall-Untersuchungen und Laborwerte sind weitere diagnostische
Maßnahmen, um eine sichere Aussage zu treffen.
Heute ist durch besondere operative Techniken und Nachbehandlungen eine
Heilungsrate von etwa 98 Prozent möglich. Voraussetzung ist jedoch eine frühzeitige Diagnose.